Das Wichtigste vorab
Die Verglasung entscheidet mit darüber, wie warm, hell und sicher ein Haus ist. Bei Haustüren mit Glasausschnitt, bei Seitenteilen, Oberlichtern und natürlich bei Fenstern kommt eine Isolierverglasung mit zwei, drei oder vier Scheiben zum Einsatz. Zusätzlich lässt sich das Glas nach Sicherheits- und Sichtschutzkriterien auswählen. Dieser Ratgeber ordnet die Begriffe – Scheibenzahl, Ug-Wert, VSG, ESG und Satinato – sachlich ein.
2-, 3- oder 4-fach: Was die Scheibenzahl bedeutet
Eine Isolierverglasung besteht aus mehreren Glasscheiben, die durch einen Abstandhalter getrennt und am Rand luftdicht verbunden sind. Zwischen den Scheiben liegt ein Scheibenzwischenraum, der meist mit einem Edelgas gefüllt ist. Jede zusätzliche Scheibe schafft einen weiteren solchen Zwischenraum und verbessert tendenziell den Wärmeschutz:
- Zweifach-Verglasung – zwei Scheiben, ein Zwischenraum. Lange der Standard, heute vor allem im Bestand oder bei geringeren Anforderungen.
- Dreifach-Verglasung – drei Scheiben, zwei Zwischenräume. Verbreiteter Standard im Neubau und bei energetischer Modernisierung.
- Vierfach-Verglasung – vier Scheiben, drei Zwischenräume. Höchste Stufe für besonders anspruchsvolle Anforderungen an die Dämmung.
In unserem Sortiment ist die Abstufung produktseitig belegt: Die Aluminium-Serie Premium P90 wird mit 4-fach-Verglasung gefertigt, die Serie Premium SL75 mit 3-fach-Verglasung (optional als Verbundsicherheitsglas) (Quelle: OutDoor-Katalog, Alu-Proof). Mehr Scheiben bedeuten allerdings auch mehr Gewicht – Beschläge, Rahmen und Bänder müssen darauf ausgelegt sein.
Der Ug-Wert: Wärmeschutz der Verglasung
Der Wärmeschutz einer Verglasung wird über den Ug-Wert in W/(m²K) beschrieben (das „g” steht für glazing, also die Verglasung). Je niedriger der Wert, desto weniger Wärme geht durch das Glas verloren. Wichtig ist die Abgrenzung zu zwei verwandten Kennwerten:
- Der Uw-Wert beschreibt das gesamte Fenster (window), also Glas plus Rahmen.
- Der Ud-Wert beschreibt die gesamte Tür (door) inklusive Füllung und Rahmen.
Für unsere Haustüren liegen Ud-Werte der Gesamttür vor – etwa 0,8 W/(m²K) ohne und 0,98 W/(m²K) mit Verglasung bei der Serie Premium P90 (Quelle: OutDoor-Katalog, Alu-Proof Premium P90). Ein separater Ug-Wert der Verglasung ist in unseren Katalogdaten dagegen nicht beziffert – weder für die Alu-Proof-Türen noch für die VEKA-Fenster, deren technische Unterlagen keine allgemeingültigen U-Werte enthalten (Quelle: SOFTLINE-82-Katalog, VEKA). Wir nennen den Ug-Wert deshalb bewusst nicht pauschal, sondern weisen ihn je Konfiguration im Angebot aus, da er von Glasaufbau, Gasfüllung, Beschichtung und Scheibenzahl abhängt.
Sicherheitsglas: VSG, ESG und Satinato
Neben dem Wärmeschutz zählt bei Glasflächen die Sicherheit. Zwei Glasarten sind hier maßgeblich:
- VSG (Verbundsicherheitsglas) besteht aus mindestens zwei Scheiben, die durch eine reißfeste Folie fest verbunden sind. Bricht das Glas, hält die Folie die Bruchstücke zusammen; das erschwert den Durchgriff und schützt vor herabfallenden Splittern.
- ESG (Einscheibensicherheitsglas) ist thermisch vorgespannt und deutlich schlagfester als normales Glas. Zerbricht es dennoch, zerfällt es in kleine, stumpfkantige Krümel und verringert so die Verletzungsgefahr.
Bei unseren Haustüren ist beides belegt: Seitenteile und Oberlichter werden serienmäßig mit 3-Scheiben-Verbundsicherheitsglas ausgeführt (Quelle: OutDoor-Katalog, Alu-Proof). Das ist gerade an den großen Glasflächen neben der Tür sinnvoll, weil sie sonst eine Schwachstelle wären. Als Glasvarianten stehen unter anderem Klarglas, mattes Satinato (satiniertes Sichtschutzglas) sowie die getönten ESG-Ausführungen Reflex Grey ESG und Graphit Grau ESG zur Wahl (Quelle: OutDoor-Katalog, Alu-Proof).
Satinato eignet sich überall dort, wo Licht in den Flur soll, aber keine Durchsicht erwünscht ist – etwa bei einer Haustür zur Straße. Es verschleiert die Sicht, ohne den Raum zu verdunkeln.
Einbruchhemmung ist ein Systemthema
Sicherheitsglas allein macht noch keine einbruchhemmende Tür oder kein einbruchhemmendes Fenster. Entscheidend ist das geprüfte Gesamtsystem aus Rahmen, Beschlag, Verriegelung und Verglasung nach EN 1627 (Quelle: EN 1627). Bei den Kunststofffenstern VEKA SOFTLINE 82 ist je nach Elementtyp und Beschlag eine Ausführung bis RC2 bzw. RC2N möglich; die Einbruchhemmung ist beschlagabhängig und nicht bei jedem Elementtyp verfügbar (Quelle: SOFTLINE-82-Katalog, VEKA). Die Haustür-Serie Premium P90 ist als System nach RC2 zertifiziert (IFT Rosenheim) (Quelle: OutDoor-Katalog, Alu-Proof Premium P90). Mehr dazu im Ratgeber zum Einbruchschutz nach RC2/RC3.
Welche Verglasung passt?
Eine pauschale „beste” Verglasung gibt es nicht – die richtige Wahl hängt ab von der Anforderung an die Dämmung (Dreifachglas ist heute der übliche Standard, Vierfachglas bei besonders hohen Ansprüchen, bei uns bei der Serie P90 belegt; Quelle: OutDoor-Katalog, Alu-Proof), vom Sicherheitsbedarf (VSG an gut erreichbaren Glasflächen wie Seitenteilen), vom gewünschten Sichtschutz (Satinato oder getönte Gläser) sowie von Gewicht und Statik – mehr Scheiben bedeuten mehr Gewicht, das Rahmen und Beschläge tragen müssen.
Fazit
Die Scheibenzahl (2-, 3- oder 4-fach) bestimmt maßgeblich den Wärmeschutz einer Isolierverglasung, beschrieben über den Ug-Wert; VSG und ESG ergänzen den Sicherheits- und Splitterschutz, Satinato den Sichtschutz. In unserem Sortiment sind die Abstufungen belegt: 4-fach bei der Serie Premium P90, 3-fach bei SL75, und serienmäßig VSG in den Seitenteilen (Quelle: OutDoor-Katalog, Alu-Proof). Konkrete Ug-Zahlen nennen wir bewusst nicht vorab, sondern je Konfiguration im Angebot.
Sie sind unsicher, welche Verglasung zu Ihrem Projekt passt? Beratung anfragen – wir beraten Sie zu Scheibenzahl, Wärmeschutz und Sicherheitsglas. Aufmaß und Montage übernehmen wir im Ruhrgebiet, die Lieferung ist deutschlandweit möglich.