Warme Kante (Warmkante)

Fachbegriff · Fenster

Definition

Warme Kante bezeichnet einen Randverbund-Abstandhalter im Isolierglas aus Kunststoff oder Edelstahl statt aus gut leitendem Aluminium. Er senkt die lineare Wärmebrücke am Glasrand, reduziert den Wärmeverlust und beugt Kondenswasser am Glasrand vor.

Fenster Quelle: Bauphysik; lineare Wärmebrücke am Glasrand nach EN ISO 10077-1/-2 COM Haustüren Glossar

Warme Kante (Warmkante) erklärt

Was hinter dem Begriff steckt, worauf es in der Praxis ankommt und wie er bei der Auswahl von Bauelementen hilft.

Kurz erklärt

Als „warme Kante” bezeichnet man einen Randverbund im Mehrscheiben-Isolierglas, dessen Abstandhalter aus einem schlecht wärmeleitenden Material besteht – etwa Kunststoff oder dünnwandigem Edelstahl – anstatt aus gut leitendem Aluminium. Der Abstandhalter hält die Glasscheiben auf Abstand und dichtet den Scheibenzwischenraum ab; sitzt dort Aluminium, leitet es am Rand viel Wärme nach außen. Ein Warmkante-Randverbund unterbricht diesen Wärmefluss und hält den Glasrand innen wärmer.

Warum der Glasrand eine Wärmebrücke ist

Der Übergang von der Verglasung zum Rahmen ist eine sogenannte lineare Wärmebrücke: entlang der Kante geht mehr Wärme verloren als über die freie Glasfläche. Diese Zusatzverluste werden über den Psi-Wert beschrieben und nach EN ISO 10077-1/-2 rechnerisch erfasst (Quelle: EN ISO 10077-1/-2). Eine warme Kante verringert diese lineare Wärmebrücke qualitativ gegenüber einem Aluminium-Abstandhalter – konkrete Psi-Werte hängen von Glasaufbau, Rahmen und Abstandhaltertyp ab. [Wert prüfen]

Der Randverbund fließt außerdem in den Gesamtwert des Bauteils ein: Der Uw-Wert des Fensters wird aus der Verglasung (Ug), dem Rahmen (Uf) und dem Wärmebrücken-Beiwert des Glasrandes zusammengesetzt (Quelle: EN ISO 10077-1). Eine warme Kante wirkt damit auf denselben Kennwert wie eine gute Wärmedämmung von Glas und Rahmen.

Praxis: weniger Kondensat, wärmere Kante

Weil der Glasrand innen wärmer bleibt, sinkt dort die Gefahr, dass sich Tauwasser niederschlägt – ein Effekt, der bei der thermischen Trennung des Rahmenprofils dieselbe Ursache hat: die Unterbrechung eines gut leitenden Metallpfads. Für Fenster und für verglaste Haustürelemente (Seitenteile, Oberlichter, Glasfüllungen) ist die warme Kante deshalb ein sinnvoller Baustein für einen niedrigen U-Wert und ein behagliches Raumklima.

Die warme Kante ergänzt die thermische Trennung des Rahmens: Erstere entschärft die Wärmebrücke am Glasrand, Letztere die im Profil. Zusammen bestimmen sie, wie gut ein verglastes Bauteil im Randbereich dämmt.

Welcher Glasaufbau und Randverbund für Ihr Vorhaben sinnvoll ist, klären wir gern. Beratung anfragen

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Fachredaktion · Inhaber Mohamad Saado

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Häufig gefragt zu Warme Kante (Warmkante)

Was ist eine warme Kante beim Fenster?

Die warme Kante bezeichnet den Randverbund-Abstandhalter im Isolierglas, der die beiden Glasscheiben auf Abstand hält. Statt aus gut wärmeleitendem Aluminium besteht er bei der warmen Kante aus Kunststoff oder Edelstahl. Dadurch wird die lineare Wärmebrücke am Glasrand deutlich verringert, was den Wärmeverlust reduziert und für höhere Oberflächentemperaturen am Glasrand sorgt.

Welche Vorteile bringt eine warme Kante gegenüber einem Aluminium-Abstandhalter?

Da Kunststoff und Edelstahl schlechter Wärme leiten als Aluminium, senkt die warme Kante die Wärmebrücke am Glasrand und mindert so den Wärmeverlust in diesem Bereich. Die Oberflächentemperatur am inneren Glasrand bleibt höher, wodurch Tauwasser (Kondenswasser) am Rand vorgebeugt wird. Wie groß der energetische Effekt im konkreten Fall ausfällt, hängt vom eingesetzten Randverbund-System und dem Gesamtaufbau ab und lässt sich am besten in der persönlichen Beratung klären.

Verhindert eine warme Kante Kondenswasser am Fenster vollständig?

Die warme Kante hält den Glasrand innen wärmer und beugt dadurch Tauwasserbildung am Randverbund vor, kann Kondensat aber nicht in jedem Fall vollständig ausschließen. Ob sich Kondenswasser bildet, hängt zusätzlich von Raumtemperatur, Luftfeuchte, Lüftungsverhalten und dem gesamten Fensteraufbau ab. Für eine Einschätzung im konkreten Objekt empfiehlt sich die persönliche Beratung.

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